Berufsbezogene Deutschsprachförderung (gem. §45a AufenthG)

 Wer kann teilnehmen?

  • Sie müssen arbeitsuchend gemeldet sein und/oder beziehen in der Regel Leistungen nach SGB II (Hartz IV) oder SGB III (Arbeitslosengeld); Sie suchen eine Ausbildungsstelle, befinden sich bereits in der Ausbildung oder Sie durchlaufen gerade das Anerkennungsverfahren für Ihren Berufs- bzw. Ausbildungsabschluss.
  • Sie haben einen Migrationshintergrund und einen Bedarf an sprachlicher Weiterqualifizierung. D.h. Sie gehören zu einer der folgenden Gruppen:
  1. Zugewanderte, einschließlich der Geflüchteten, die sich im Anerkennungsverfahren befinden und eine gute Bleibeperspektive haben (letzteres gilt zurzeit für die fünf Herkunftsländer Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia). Ausgeschlossen sind Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern.
  2. Bürgerinnen und Bürger der EU,
  3. Deutsche mit Migrationshintergrund.
  • Sie haben bereits einen Integrationskurs absolviert und/oder sprechen bereits Deutsch auf B1, B2 oder C1 Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).

Wer an den Modulen der nationalen berufsbezogenen Deutschsprachförderung teilnimmt, entscheiden die Arbeitsagenturen und Jobcenter. Wenden Sie sich hier an Ihre Beraterin oder Ihren Berater.

Wenn Sie sich in einem Beschäftigungsverhältnis befinden können Sie an Spezialmodulen der nationalen berufsbezogenen Sprachförderung teilnehmen, sofern Sie noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzen, um den (zukünftigen) Arbeitsalltag zu meistern. Es besteht für Sie ein Kostenbeitrag von 50% pro Unterrichtseinheit. Die Zahlung des Kostenbeitrags kann auch durch den Arbeitgeber erfolgen.

Inhalt und Ablauf

Die Struktur der nationalen berufsbezogenen Sprachförderung ist modular aufgebaut.

Basismodule
Die Grundstruktur der nationalen berufsbezogenen Deutschsprachförderung stellen die sogenannten Basismodule dar. Es wird unterschieden zwischen drei Basismodulen:

  • B1 auf B2
  • B2 auf C1
  • C1 auf C2

Jedes Basismodul umfasst 400 Unterrichtseinheiten. Sie sind inhaltlich allgemeinsprachlich mit berufsbezogenen Unterrichtseinheiten aufgebaut und richten sich an eine Gruppengröße von mindestens 15 Teilnehmenden. In ländlichen Regionen sind auch kleinere Gruppen denkbar.

Ihre Lehrkraft hält Ihre Lernfortschritte regelmäßig schriftlich fest und wertet diese am Ende des Moduls gemeinsam mit Ihnen aus. Jedes Modul schließt mit einer Zertifikatsprüfung ab. Das erhaltene Zertifikat kann Ihnen auf Ihrem weiteren beruflichen Weg sehr nützlich sein.

Spezialmodul A2

Gute Deutschkenntnisse sind die Grundvoraussetzung, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und sich im Berufsleben weiter behaupten zu können. Ziel des Spezialmoduls A2 ist, dass die Teilnehmenden innerhalb von 400UE Kenntnisse und Kompetenzen in der deutschen Sprache erwerben, die im Rahmen des GER mit dem Sprachniveau A2 definiert sind.

Spezialmodul B1

Gute Deutschkenntnisse sind die Grundvoraussetzung, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und sich im Berufsleben weiter behaupten zu können. Ziel des Spezialmoduls B1 ist, dass die Teilnehmenden innerhalb von 400 UE Kenntnisse und Kompetenzen in der deutschen Sprache erwerben, die im Rahmen des GER mit dem Sprachniveau B1 definiert sind.

Spezialmodul Einzelhandel

Das Spezialmodul Einzelhandel bietet die Grundlage für eine berufsbezogene Sprachförderung mit

einer spezifischen Ausrichtung auf Verkaufsberufe und Qualifizierungen im Berufsfeld Einzelhandel

wie Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel, Verkäuferin/Verkäufer und Kassiererin/Kassierer hinsichtlich aller Betriebsformen und Warensortimente, kann aber auch auf andere Berufe im Einzelhandel wie z.B. Fachverkäuferin /Fachverkäufer übertragen werden. Die Teilnahme am Spezialmodul Einzelhandel ist ein Schritt hin zum Auf- und Ausbau einer berufsfachlichen kommunikativen Handlungskompetenz am Arbeitsplatz, bei der die Fachlichkeit und die

Sprachlichkeit nicht voneinander entkoppelt, sondern ineinandergreifend vermittelt werden.

Ausgehend von dem für diese Spezialmodule vorausgesetzten Deutschsprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) wird grundsätzlich

ein Kompetenzzuwachs oberhalb von B1 und damit der Aus- und Aufbau einer selbstständigen Sprachverwendung angestrebt.

Spezialmodul akademische Heilberufe

Die Teilnehmenden am Spezialmodul „Akademische Heilberufe“ befinden sich im Anerkennungsverfahren ihres Berufsabschlusses und beabsichtigen eine Prüfung zum Nachweis berufsbezogener Sprachkenntnisse abzulegen (z. B. Fachsprachprüfungen für akademische Heilberufe wie Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie oder ähnlichem).

Sie sind zugewanderte Personen mit anderen Erstsprachen als Deutsch,

die

  • über ein im Heimatland abgeschlossenes Studium der Humanmedizin,

der Zahnmedizin oder der Pharmazie verfügen

  • ein Zeugnis (keine Teilnahmebescheinigung) über allgemeinsprachliche oder fachspezifische Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau B2 (idealerweise B2+) nach dem GER vorweisen können
  • die Aufnahme einer Tätigkeit als Ärztin/Arzt, Zahnärztin/Zahnarzt, Apothekerin/Apotheker anstreben
  • im Rahmen der Anerkennung ihres Berufes beabsichtigen, bei den jeweiligen Landesbehörden einen Antrag auf Approbationserteilung zu stellen

Spezialmodul für nichtakademische Heilberufe

Inhaltliches Konzept folgt umgehend nach Bekanntgabe.

Spezialmodul Pädagogik

Inhaltliches Konzept folgt umgehend nach Bekanntgabe.

Spezialmodul Gewerbe/Handel

Inhaltliches Konzept folgt umgehend nach Bekanntgabe.